Großmoor: Geschiche des Torfabbaus im Toten Moor
Großmoor ist ein eigenstehender Begriff und war bis ins 20. Jahrhundert hinein eine eigenen Postadresse in Neustadt. Dieses Siedlungsgebiet war lange Zeit eigenständig und wurde erst recht spät in die Stadt Neustadt am Rübenberge eingemeindet. Grossmoor ist eine Siedlung im Toten Moor, zwischen Neustadt und Mardorf, auf der heutigen Abbaufläche der Firma Aurenz. Damit dieser Ort und seine Geschichte, wie auch die Geschichte des Torabbaus, der ersten Gastarbeiter in Neustadt, der arbeitenden Kriegsgefangenen und den harten Lebensumständen der Menschen im Moor nicht in Vergessenheit gerät, wurde die Geschiche der Siedlung Grossmoor hier aufgearbeitet.
Die Torfgewinnung war ein wesentlicher Versorgungszweig der Neustädter und bald auch ein echte Industriezweig. Im Rezess von 1753 zwischen der Stadt, dem Amt und andern werden erstmals Eigentumsrechte geregelt.
Früh schon wurde das Moor ausgebeutet. Eine Seilbahn sorgte für den Abtransport der Torfballen. Verschiedene Eigentümer bauten kräftig Torf ab, bis heute.
Die Gutsgemeinse Grossmoor wurde vom Staat 1871 offiziell gegründet, Eigentumsansprüche geregelt. Die Eingemeindung erfolgte wesentlich später.
1882 wurde ein Gendarm beauftragt, die Lebensumstände in Großmoor zu überprüfen. Diese waren katastrophal.
1857 gab es schon über 1.100 Arbeiter die mit Torfstechen und Torfverarbeitung beschäftigt waren. Das Thema Arbeitsrecht bekam erst in den 20ern des 19.Jahrhunderts Bedeutung. Die Arbeitsbedingungen waren hart.
Schon im ersten Weltkrieg wurden Kriegsgefangene in Neustadt in Arbeitslagern untergebracht und im Moor gearbeitet.
Mangehalfte hygiensiche Bedingungen und fehlende Seelsorge treiben die Eingemeindung des eigenständigen Gutsbezirkes Groosmoor zur Stadt Neustadt am Rübenberge voran.
Ab 1937 wurde den Torfwerken genehmigt, holländische Gastarbeiber zu beschäftigen. Wie ist es diesen zum Kriegsausbruch hin im Moor ergangen?
Streng geregelt waren soziale Kontakte, Entlohnung und Arbeitspensum der Kriegsgefangenen, die im Moor als Zwangsarbeiter eingesetzt wurden.
ca. 50 Familien wohnen nach dem Krieg noch in der Siedlung Großmoor draußen im Moor zwischen Neustadt am Rübenberge und dem Steinhuder Meer
1959 herrschte große Hitze und Tockenheit. Gleisbauarbeiter, die and einer Trasse für die Moorbahn durch das Tote Moor arbeiteten, entfachten wohl das Feuer. Es kam zu einem Großeinsatz alle umliegenden Feuerwehren. Zum Glück kam bald der Regen zur Hilfe.
1960 kostete das Betreten des Toten Moores auf der Fläche der Firma Dyckerhoff tatsächlich ein Eintrittsgeld. Bald entstand die Moorstraße, die Neustadt und Mardorf nun erstmals direkt verband. Ausflügler kamen nun durch das Tote Moor bequem an das Steinhuder Meer. Relikte historischerTorfabbautechniken sind heute noch im Moor zu finden. Heute noch wird mit moderner Technik Torf abgebaut.
Dieser Kategorieseite sind folgende Unterseiten untergliedert.
- Großmoor 1: Geschichte einer Siedlung im Toten Moor zwischen Neustadt und Mardorf - Die Anfänge - Geschichte, Bewohner und auch ein wenig über Torf
- Grossmoor 2 - Über die Eigentümer, Pächter Verhandlungen -Strousberg, Hibbe, Dyckerhoff, Aurenz - über Torfabbaurechte im Toten Moor zwischen Steinhuder Meer und Neustadt
- Grossmoor 3 - Über die Eingemeindung in die Stadt Neustadt am Rübenberge, welches erst jetzt bis am das Steinhuder Meer reicht
- Grossmoor 4 - Die Bewohner, Lebensumstände, Schicksale: Über Harte Lebensbedingungen, Leben in Baracken, Schicksale im Toten Moor beim Torfabbau
- Grossmoor 5- Über die Arbeitsbedingungen
- Großmoor 6 - Kriegsgefangene im Ersten Weltkrieg in Neustadt
- Grossmoor 7 - Zwischen den Kriegen
- Großmoor 8 - Die Holländer: Gastarbeiter im Moor
- Großmoor 9 - 1939-1945: Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene
- Großmoor 10 - Nach dem Krieg
- Großmoor 11: Großbrand - Das Moor in Neustadt am Rübenberge brennt 1959
- Grossmoor 12 - Totes Moor bei Neustadt 1960 bis heute